Projektvorstellung: OtakuPulse — ich baue ein deutsches Anime-Portal

Projektvorstellung: OtakuPulse — ich baue ein deutsches Anime-Portal

Wer mich kennt, weiß: Nach dem Gaming kommt bei mir direkt der Anime-Marathon. Seit Jahren nervt mich dabei dasselbe Problem — wenn ich auf Deutsch wissen will, wann eine Staffel weitergeht oder welches Studio animiert, lande ich entweder auf englischen Seiten oder auf Portalen, die aussehen wie 2010. Irgendwann stand die Entscheidung: Dann baue ich es eben selbst.

OtakuPulse ist genau das — ein deutsches Anime-Portal, das eine vollständige Anime-Datenbank mit einem redaktionellen News-Blog kombiniert. Und nebenbei das Projekt, in dem alles zusammenläuft, was ich in den letzten zehn Jahren gelernt habe: Design, SEO, Content-Strategie und Code.

Der Neustart — und warum ohne Hosted-CMS

Die erste Version von OtakuPulse lief auf einem Hosted-Headless-CMS (Sanity). Das funktionierte, bis die Realität der Datenmenge zuschlug: Der Free Tier deckelt bei 10.000 Dokumenten — geplant sind aber 65.000 bis 250.000 Seiten. Statt in teure Cloud-Tarife zu wachsen, habe ich das Projekt auf eine selbst gehostete Architektur umgestellt, bei der mir die Daten wirklich gehören.

Der Stack

  • PostgreSQL 16 als Source of Truth für alle Anime-Daten
  • Payload CMS 3 als Admin- und Redaktions-Ebene direkt über der Datenbank
  • Next.js (App Router) mit Tailwind CSS im Frontend
  • Docker-Stack auf einem eigenen Unraid-Homeserver, öffentlich per Cloudflare-Tunnel

Die Inhalte kommen über eine Import-Pipeline aus offenen Anime-APIs: AniList als Primärquelle, ergänzt um Jikan (MyAnimeList), AnimeSchedule, TMDB und animethemes. Alle Cover und Bilder werden lokal gespiegelt, damit das Portal nicht von fremden CDNs abhängt.

Inhalte: Masse UND Klasse

Bei zehntausenden Seiten kann nicht jeder Text handgeschrieben sein. Die Strategie ist deshalb zweigleisig: Die Datenbank-Masse entsteht quellenbasiert mit sauberer Attribution, während die reichweitenstarken Titel und alle News eigene deutsche Redaktionstexte bekommen. Konsequent White-Hat: keine Keyword-Tricks, keine kopierten Texte, dafür strukturierte Daten und schnelle Seiten.

Wo das Projekt gerade steht

OtakuPulse ist inzwischen live: otakupulse.de läuft mit tausenden Anime-Detailseiten, Charakteren, Synchronsprechern, Studios, Simulcast-Kalender und automatisch generierten News. Angefangen hat alles mit einem einzigen vertikalen Durchstich — ein Anime (One Piece) einmal komplett vom AniList-Import über Postgres und Payload bis zur fertigen Next.js-Detailseite. Von da an wurde skaliert.

Bevor ich die inhaltliche Ausrichtung festgezurrt habe, habe ich mir den Markt genauer angesehen — die Ergebnisse gibt es im nächsten Beitrag: der Feldstudie zur deutschen Anime-Portal-Landschaft 2026.

Für mich ist OtakuPulse mehr als ein Nebenprojekt: Es ist mein Praxislabor. Jede SEO-Entscheidung, jedes Datenbankschema und jede Zeile Frontend-Code zahlt auf eine Frage ein, die mich seit meiner Ausbildung antreibt — wie baut man Webprojekte, die nicht nur gut aussehen, sondern gefunden werden?